Abriss der Mördersbrücke
Das Unzenberger Viadukt über der Hunsrückbahn bei Unzenberg wurde am Dienstag, dem 21.Oktober 2008, gegen 16 Uhr wegen akuter Einsturzgefahr gesprengt. Bei den Einwohnern Unzenbergs war die Brücke allgemein bekannt unter dem Namen "Mördersbrück". Das zwölf Meter hohe, imposante Steinviadukt hatte bereits seit längerem einen großen Riss entlang der Längstachse und das gesamte Bauwerk neigte sich leicht zur Seite, sodass die Brücke drohte einzustürzen.
Gebaut wurde die Brücke von 1900 - 1903. Die Brücke verband den Unzenberger Engelsberg mit der alten Provinzialstraße, die in geschwungenen Bögen nach Kirchberg führte. Als die ehemalige B50 (1937/1938) gebaut wurde, führte diese schnurgerade am Kauerhof vorbei hinauf nach Kirchberg. Die hohe Überquerung per Brücke über den Engelsberg war fortan nicht mehr erforderlich. Die neu gebaute Straße, also die alte B50, war deutlich leichter zu erreichen, denn sie lag bedeutend tiefer als die ehemalige Provinzialstraße. Das Unzenberger Viadukt war seitdem nutzlos geworden, da die Landwirte den einfachen und gefahrlosen Weg über die alte B50 nutzten. Am 21.Oktober 2008 ließ die Deutsche Bahn das schöne Viadukt namens "Mördersbrück" sprengen. Nach Informationen der Deutsche Bahn wäre eine vollständige Sanierung zu teuer geworden, sodass die Kosten den Nutzen nicht rechtfertigten.
Die Mördersbrücke war für viele Leute ein begehrtes Fotomotiv. Zahlreiche Unzenberger hätten daher die Brücke gerne vor dem Abriss bewahrt, leider war dies auf Grund der utopischen Sanierungskosten nicht möglich und so wurde sie schließlich wegen akuter Einsturzgefahr abgerissen.

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Quelle: Vgl. "'Mördersbrück' gesprengt", in: Rhein-Hunsrück-Zeitung, Nr. 247 vom 22.10.2008