Dorfglocke Unzenberg
Der folgende Auszug aus "Unzenberg im Heimatspiegel" behandelt die Unzenberger Dorfglocke bzw. die historische Entwicklung dieser.

Erstmalig wird die Dorfglocke von Unzenberg im Jahr 1864 in den Gemeindebüchern erwähnt. In der Niederschrift von damals heißt es: "Für Ausbesserungsarbeiten am Glockenstuhl soll der Erlös von Lohholz und der Nutzung des Backofens verwendet werden." Der Standplatz der Glocke befand sich zu der Zeit auf der anderen Seite der Straßenabzweigung nach Tombach, mehrere Meter höher über dem Fuß des Berges der im Buch der Gemeinde schon 1851 als "Glockenberg" mit einem zweiteiligen Steinbruch ausgewiesen ist. In der Gemeindekarte ist der Berg mit Namen "Auf Glockenberg" festgeschrieben. Im Verzeichnis der Flurnamen der Gemarkung "Unzenberg" von 1820 findet man den Namen "Glockenberg" noch nicht. Wahrscheinlich erwarb man die Glocke in den Anfangsjahren der Preußenzeit.
Der einzige Hinweis über den damaligen Standort der Glocke stammt aus dem Jahre 1877.Anlässlich einer Lokalbesichtigung zur Festlegung des Bauplatzes für die Lehrerdienstwohnung steht im Protokoll "das die passende Fläche unter dem Glockenstuhl" für tauglich befunden wurde.
Im Jahre 1900 erwirbt die Gemeinde "Im Brühl 2" Hofraum und Mauerwerk des abgerissenen Schuppen der Dreschmaschinen-Gesellschaft. Die Dorfglocke versetzte man nun nach Fertigstellung der entsprechenden Basis von ihrem Platz hinter der Lehrerdienstwohnung auf ihren heutigen Standort dem ehemaligen Dreschschuppenplatz.

Den 1. Weltkrieg hat unsere Dorfglocke unbeschadet überstanden. Im 2.Weltkrieg musste sie abgegeben werden und wurde eingeschmolzen zur Herstellung von Stahl für die Rüstungsindustrie. Im zweiten Nachkriegsjahr 1947 wird die Anschaffung einer Stahlglocke vom Rat beschlossen und Bürgermeister Dietrich beauftragt, eine solche bei der Glockengießerfirma "Mark" Brockscheid in der Eifel, zu kaufen. Die Glocke wurde zum Preis von 600,- Reichsmark und 25,-Reichsmark Frachtkosten erworben und am 01.Oktober 1947 durch Schlosser Rudolf Braun aus Unzenberg ihrer Bestimmung gemäß aufgehängt.
1979 beschließt der Gemeinderat einen neuen Glockenturm zu bauen, da eine Reparatur des alten nicht mehr möglich war. An der vor 30 Jahren erworbenen Stahlglocke entdeckte man einen Riss. Eine Reparatur wäre mit größeren Schwierigkeiten verbunden gewesen, eine Minderung der Klangqualität mit Wahrscheinlichkeit aufgetreten. Mit Unterstützung der Bürger, die 3000,- DM durch Spenden aufbrachten, konnte die Gemeinde bei der Glockengießerei "Mabilon" in Saarburg eine neue Bronzeglocke in Auftrag geben. Zum Glockenguß fuhren 40 Dorfbewohner unter Leitung von Ortsbürgermeister Werthes mit einem dafür eingesetzten Bus nach Saarburg. In den Monaten Oktober und November 1979 wurde der Glockenturm mit Eichenholz aus unserem Gemeindewald von Handwerkern und hilfsbereiten Bürgern der Gemeinde im gleichen Stil des "Alten" erstellt. Schließlich konnte man die neue Bronzeglocke im April 1980 montieren und in einer Feierstunde das besondere Ereignis unter der Teilnahme vieler Bürgerinnen und Bürger würdigen. Die Glocke wiegt 95 kg und ist auf "Fis" gestimmt.

Die Glocke trägt die Aufschrift:
"Darum wachet! Denn keiner wisset weder Tag noch Stunde, in welcher der Menschensohn kommen wird. Unzenberg 1980" Die ausgediente Stahlglocke hat im Eingangsraum des Gemeindehauses als gemeinschaftsverbindendes Symbol eine Bleibe erhalten.